Bettgeh-Meditationen

Schlaf Kindlein schlaf, der Papa hüt die Schaf, die Mama ist ein Murmeltier, was kann das arme Kind dafür? Schlaf, Kindlein… SCHLAF!!! Gibt es eigentlich irgendein Zaubermittel, diese süßen kleinen Tröpfe irgendwie zum Schlafen zu überreden?

Kleine Mäuse bevorzugen eher folgendes Ablenkmanöver: Wutschelwurschtelwurschtel – Händchen halten – wurtschelwurschtel – Kopf auf Mamas Bauch legen – Achtung! Charme-Attacke: Köpfchen leicht heben, leicht geöffnete Augen und zuckersüßes Lächeln – hach… – wutschelwurtschelwurtschel und schon wieder schläft die Mama vor dem Zwerg…

Größere Mäuse, die schon das Sprechen gelernt haben, nutzen eher diese Taktik: „Mama! Mir ist kalt!“ – 3 min später: „Mama! Ich hab Durst!“ – „Die Tür muss mehr auf sein…“ – „Jetzt ist mir zu warm…“ – „Mama! Ich muss pullern!“ … usw.usf. … Was ihnen nicht alles einfällt, nur um nicht einzuschlafen. Du kannst mit deinem Kind durchaus vereinbaren, dass du genau drei Mal ins Zimmer kommst, wenn es ruft. Lege ihm dafür am besten drei Kärtchen bereit, von denen es jedes Mal eins abgeben muss. Aber alles, was darüber hinaus geht – da hilft tatsächlich nur konsequentes Ignorieren. Alles andere wäre, wie wir schon gelernt haben, nur die unbewusste Verstärkung unerwünschten Verhaltens – im Sinne von: Ich muss mir nur irgendetwas einfallen lassen, mit dem ich nerven kann, damit meine geliebte Bezugsperson sich wieder bei mir am Bett einfindet.

Der erste Fall mit den kleinen Mäusen ist dagegen etwas komplizierter. Um den drohenden Nervenzusammenbruch zu vermeiden und dem kleinen Zwerg das Einschlafen zu erleichtern, gibt es mehrere Strategien:

  1. Hilfe holen – Eh du völlig am Rad drehst, bitte doch mal jemand anderes dein Kind ins Bett zu bringen – den Papa, die Oma, deine beste Freundin, Hauptsache es ist eine vertraute Bezugsperson

  2. Rausgehen und kurz durchatmen – Gönne dir wenigstens ein paar Sekunden oder Minuten Ruhe um dich wieder herzustellen und Verhalten zu vermeiden, das du später bereuen würdest

  3. Einfach mal abschalten und den Abwaschberg vergessen – Wenn du eh schon im Bett mit deinem Zwerg liegst, dann genieße doch einfach die Entspannung! Atme ruhig und tief in den Bauch, stell dir vor, wie du am Sandstrand liegst und deine Kräfte durch gezieltes Nichtstun regeneriest. Vielleicht kommen dir sogar ganz neue Einfälle und Gedanken. Und ein netter Nebeneffekt: Wenn die Mama oder der Papa ganz ruhig daliegen und entspannt atmen, dann schläft auch der kleine Schlafverweigerer bestimmt ganz schnell ein. Eine der besten Entspannungstechniken zu diesem Zweck ist die Autosuggestion.

  4. Singen – Auch wenn du zum 50ten Mal „Der Mond ist aufgegangen“ singst, irgendwie wirkt es doch beruhigend – auf dich und auf deinen kleinen Keks. Neben Einschlafliedern eignen sich auch Mantras ganz wunderbar (z. B. das Gayatri Mantra oder Suddhosi Buddhosi). Oder probiere es doch mal mit deinem ganz persönlichen Lieblingslied!

  5. Für Fortgeschrittene: Meditiere eine Runde – Ich lag früher häufig da und dachte: Manno! Wann schläfst du endlich? Ich will mich doch noch hinsetzen und meditieren! Aber meditieren kann man auch ganz wunderbar neben einem wuselnden Zwerg. Ist vielleicht nicht ganz so tiefgehend, aber besser als gar nicht und sozusagen advanced level. Die höchste Kunst ist schließlich in jedem Moment und überall zu meditieren, egal was du gerade tust. Erleuchtung im Himalaya kann jeder! Aber zu Hause mit kleinen Kindern – das ist die ganz hohe Schule 😉

Vielleicht magst du ja das nächste Mal, wenn du dein kleinen Kindlein ins Bett bringst, eine der folgenden Meditationstechniken ausprobieren. Viel Spaß dabei, maximale Erholung und natürlich einen schnell einschlafenden Zwerg!

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